Tagung: Freuds Schrift «Fetischismus» – 100 Jahre danach
Zur Aktualität von Freuds Schriften in Theorie, Technik und Klinik der Psychoanalyse
Samstag, 9. Januar 2027
Referentinnen und Referenten:
Jacqueline Girard-Frésard, dipl.Psych. (Genf), Marianne Gsteiger, M.Sc. (Bern), Joachim Küchenhoff, Prof.em.Dr.med. (Basel), Eva Schmid-Gloor, lic.phil. (Zürich), Psychoanalytikerin (SGPsa/IPA), Daniel Vasella, Dr.med. (Risch), Annick Veillard, Dr. med. (Genf)
Organisation und Moderation:
Esther Schoellkopf Steiger, dipl.- Psych. (Zürich), Mirjam Wäffler, Dr. med. (Winterthur)
Abstract
Die diesjährige Tagung im Rahmen der Reihe «Freuds Schriften – 100 Jahre danach» widmet sich der 1927 erschienenen Arbeit «Fetischismus». In dieser kurzen Schrift vertieft Freud nicht nur sein Verständnis zur Genese des Fetischismus und fasst die bis dahin gewonnen Erkenntnisse zusammen, sondern befasst sich insbesondere mit den Auswirkungen des Fetischismus auf das Ich.
Diese Überlegungen stehen in einer Reihe von Arbeiten, die das Verhältnis des Ichs zur Realität bei Neurose, Psychose und Perversion untersuchen. Am Beispiel des Fetischisten beschreibt Freud den Mechanismus der Verleugnung: Zwar wird die Wahrnehmung des Penismangels der Frau anerkannt, zugleich jedoch verleugnet, indem im Fetisch ein Ersatzobjekt für den fehlenden Penis gefunden wird. «Der Fetisch bleibt das Zeichen des Triumphes über die Kastrationsdrohung und der Schutz gegen sie». Dieses Nebeneinander von wunschgeleiteter und realitätsgerechter Einstellung bezeichnet Freud als eine Spaltung im Ich mit schwerwiegenden Folgen für die Kohärenz des Ichs, für die Sexualität und die Objektbeziehungen. Nicht nur wird ein Teil der Realität verleugnet, auch bleibt der Fetisch die einzige Quelle der sexuellen Erregung, während die Frau in ihrer Gesamtheit nicht wahrgenommen wird. Dass die Wahl des Fetischs nicht beliebig ist, sondern sich seine Spur bis zur als traumatisch erfahrenen Entdeckung des Geschlechtsunterschieds zurückverfolgen lässt, zeigt Freud anhand einiger Beispiele.
Unsere Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ausbildungszentren der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse (SGPsa) werden in ihren Referaten und Kommentaren Freuds Überlegungen aufgreifen, sie aus heutiger theoretischer und klinischer Sicht befragen und gemeinsam mit den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern ihre Bedeutung für unsere alltägliche Praxis diskutieren.
Details der Veranstaltung
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- Türöffnung 8.30 Uhr
Tagung von 9.00–16.00 Uhr, anschliessend Apéro - Paulus Akademie, Pfingstweidstrasse 28, 8005 Zürich
- anerkannt von SGPP und PSY-Verbänden, 5 Credits
- Einheit 1 gemäss Rahmenplan
- Türöffnung 8.30 Uhr
Preise
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- Gebühr für Teilnahme vor Ort inkl. Pausenkaffee, Lunch und Zugang zum Videorecording: bei Anmeldung bis zum 31. Dezember 2026: CHF 170.–; ab dem 1. Januar 2027: CHF 200.–; für Student:innen mit Legi: CHF 50.–
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- Bestellung Videorecording der Vorträge, Zugang verfügbar ab einer Woche nach dem Vortrag: CHF 100.–; CHF 50.– für FIZ-Mitglieder und Gast-Mitglieder des FIZ
Wenn Sie fragen haben, schreiben Sie uns unter: anmeldung@freud-institut.ch